LAG Montanrgion Sachsen-Anhalt Süd e.V und LAG Naturpark Saale-Unstrut-Triasland e.V.
Die Lokalen Aktionsgruppen Naturpark Saale-Unstrut-Triasland und Montanregion Sachsen-Anhalt Süd im Austausch mit Staatssekretär Malter
Wie können ländliche Regionen auch künftig handlungsfähig bleiben? Welche Rahmenbedingungen benötigen Kommunen, Vereine und Ehrenamtliche, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Austauschs zwischen Staatssekretär Rüdiger Malter (Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt) und Vertreterinnen und Vertretern der Lokalen Aktionsgruppen Naturpark Saale-Unstrut-Triasland und Montanregion Sachsen-Anhalt Süd.
Zu dem Gespräch mit dem LAG Naturpark Saale-Unstrut-Triasland am 28.05.2026 kamen Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe, kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie weitere Akteurinnen und Akteure der Regionalentwicklung in Freyburg (Unstrut) zusammen. Zur Veranschaulichung der Gestaltungskraft im ländlichen Raum wurde auf geförderte Projekte Bezug genommen.

Bei dem Termin mit den Vertretern des LAG Montanregion Sachsen-Anhalt-Süd e.V. am 05.06.2026 wurde nach der Begrüßung am Rathaus Hohenmölsen der Aussichtspunkt Tagebau Profen - als Exempel für die Herausforderungen des Strukturwandels - sowie der Mondsee in Hohenmölsen, mit Vorstellung der dort bereits durch LEADER geförderten Projekte, besucht.

Ziel beider Treffen war es, Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung des LEADER/CLLD-Programms auszutauschen und gemeinsam über die Zukunft der ländlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt zu diskutieren.
Herausforderungen für die ländlichen Räume
Die Teilnehmenden schilderten die aktuellen Herausforderungen, mit denen Kommunen, Vereine und Initiativen in den Regionen konfrontiert sind. Neben angespannten kommunalen Haushalten, steigenden Investitionskosten und steigendem Verwaltungsaufwand wurde insbesondere die zunehmende Belastung ehrenamtlicher Strukturen thematisiert.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass die Umsetzung von Förderprojekten durch wachsende administrative Anforderungen und komplexe Verfahrensabläufe zunehmend erschwert wird. Viele Akteurinnen und Akteure sehen darin eine Herausforderung für die Handlungsfähigkeit ländlicher Regionen und die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement.
LEADER schafft Entwicklung vor Ort
Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass LEADER und CLLD unverzichtbare Instrumente der Regionalentwicklung bleiben. Durch die Entscheidungen in den Regionen können Fördermittel gezielt dort eingesetzt werden, wo sie konkrete Mehrwerte schaffen. Zahlreiche Projekte in den Bereichen Daseinsvorsorge, Tourismus, Kultur, Ehrenamt, Infrastruktur und regionale Wertschöpfung konnten in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt werden.
Die Vertreterinnen und Vertreter beider Lokalen Aktionsgruppen betonten, dass insbesondere die Zusammenarbeit von Kommunen, Vereinen, Unternehmen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern eine wesentliche Stärke des LEADER-Ansatzes darstellt. Die regionale Entscheidungskompetenz ermögliche passgenaue Lösungen für die jeweiligen Herausforderungen vor Ort.
Erwartungen an die künftige Förderpolitik
Im Rahmen des Austauschs wurden auch Erwartungen an die zukünftige Ausgestaltung der Förderpolitik formuliert. Aus Sicht der beiden Lokalen Aktionsgruppen sind insbesondere folgende Punkte von Bedeutung:
* Einrichtung eines Überbrückungsfonds für Vereine zur Absicherung des laufenden Betriebs in der Zeit zwischen zwei Förderperioden
* Vereinfachung von Förder- und Verwaltungsverfahren
* Erhalt und Stärkung regionaler Entscheidungsspielräume
* Fördersätze für die Zukunft auf dem aktuellen Niveau halten
* gleichbleibendes Budget im Vergleich zur laufenden Förderphase
* langfristige Sicherung und auskömmliche Finanzierung der Regionalmanagements
Die Teilnehmenden machten deutlich, dass die Lokalen Entwicklungsstrategien in einem breiten Beteiligungsprozess vor Ort erarbeitet werden. Daher sollten die dort definierten Entwicklungsziele künftig noch stärker als verbindlicher Orientierungsrahmen für Förderentscheidungen Berücksichtigung finden.
Zugleich unterstützen die vorgetragenen Positionen wesentliche Forderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG), die sich bundesweit für eine Stärkung des LEADER-Ansatzes, den Abbau bürokratischer Hürden und eine verlässliche Finanzierung der Regionalentwicklung einsetzt.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Staatssekretär Malter nahm die Anregungen und Hinweise aus den Regionen auf und stellte sich den Fragen der Teilnehmenden. Der Austausch verdeutlichte die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Landesebene und den Akteurinnen und Akteuren vor Ort.
Die Lokalen Aktionsgruppen Naturpark Saale-Unstrut-Triasland und Montanregion Sachsen-Anhalt Süd bedanken sich für das Gespräch und die Möglichkeit, die Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit einzubringen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre können nur gemeinsam bewältigt werden. Umso wichtiger bleibt eine starke Partnerschaft zwischen Land, Kommunen, Vereinen, Wirtschaft und Bürgerschaft für die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume in Sachsen-Anhalt.
Fotos @ Steffi Einecke